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Handschriftliche Lebensläufe sind out
"Handschriftliche Lebensläufe gibt es eigentlich gar keine mehr", sagt Dr.
Friedrich Ferstl von "BiBer - Bildungsberatung für Erwachsene". Die
Salzburger Organisation unterstützt Menschen bei Fragen zu Karriere und
Bildung im nicht-schulischen Bereich. "Wenn überhaupt, dann werden
Schriftproben gefordert." Aber auch die seien eher exotische Ausnahmen.
Der neue Lebenslauf ist schlank, tabellarisch strukturiert und
übersichtlich. Die heute gängigste Form des Lebenslaufs oder "CV"
(Curriculum Vitae) folgt Vorlagen, die von der EU definiert werden. Der
Vorteil: Auch im internationalen Bereich sind Bewerber damit vor
stilistischen Patzern geschützt. Vor allem in einem kleinen Land wie
Österreich kann das sehr nützlich sein.
Schlank, tabellarisch und übersichtlich
Neu ist zum Beispiel die Reihung, also die Abfolge von Ausbildung und
Berufserfahrung: Traditionell beginnt man im deutschsprachigen Raum mit der
Schule und schließt mit der gegenwärtigen Position. Der EU-konforme,
tabellarische Lebenslauf ist "gegenchronologisch": Er beginnt mit dem
letzten oder gegenwärtigen Job und endet mit der Ausbildung.
Prinzipiell geht beides, es wird aber empfohlen, mit der aktuellsten
Position zu beginnen. Wenn jemand schon mehrere berufliche Stationen hatte,
interessiert den Personaler immer das aktuellste mehr, als wo man vor Jahren
in der Schule war."
Die gegenchronologische Variante setzt sich durch
Darüber hinaus passt der gegenchronologische CV auch besser zur modernen
Berufskultur: Immer mehr Menschen sind in Berufen tätig, für die sie
ursprünglich gar keine fachspezifische Ausbildung gemacht haben. "Wenn ich
also ein Quereinsteiger bin", so Härter, "dann kann ein chronologischer
Lebenslauf dazu führen, dass der Personaler beim Überfliegen des CVs mich
als falsch qualifiziert einschätzt."
Hat zum Beispiel ein Mann einst eine Lehre zum Tischler gemacht, war dann
aber als Projektleiter in einem IT-Unternehmen tätig, dann könnte der erste
Blick auf den Lebenslauf missverständlich sein. "Da hat der Personaler dann
lauter Bewerbungen von IT-Fachleuten vor sich, die meisten davon sind
einschlägig qualifiziert. |
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Nun liest er die Bewerbung des Quereinsteigers und
sieht gleich: 'Lehre zum Tischler', was dann womöglich im Kopf hängen
bleibt." Ist der Lebenslauf aber gegenchronologisch, so fällt die
einschlägige Erfahrung in den Bereichen Projektleitung und IT zuerst auf.
Lebenslauf strategisch strukturieren
Hier bieten sich Bewerbern auch Möglichkeiten zur strategischen
Strukturierung: Nachdem beide Formate grundsätzlich akzeptiert werden,
sollte der Lebenslauf unter bestimmten Umständen chronologisch angelegt
werden. Nämlich dann, wenn die ursprüngliche Ausbildung und Berufserfahrung
für den angestrebten Job relevanter sind, als die aktuelle berufliche
Tätigkeit.
Entgegen gängiger Klischees erfolgen die meisten Bewerbungen in Österreich
auf Deutsch. "Englische Lebensläufe sind nur selten erforderlich und sicher
nicht üblich", sagt Friedrich Ferstl. Das gelte auch für den EU-konformen
Lebenslauf, denn seine Empfehlungen regeln nur das Format, nicht aber die
Sprache. Auf jeden Fall aber sollten zuerst Name und Anschrift stehen.
Ein Bewerbungsfoto sollte nicht fehlen
Das Bewerbungsfoto ist im EU-Format nicht vorgesehen, im deutschsprachigen
Raum aber nach wie vor dringend zu empfehlen. Es folgen Ausbildung und
beruflicher Werdegang in zwei Spalten: Links die genauen Daten, rechts die
Tätigkeit.
Am Ende können kurz private Interessen, Preise und Auszeichnungen oder
gesellschaftliche Aktivitäten genannt werden. Während traditionelle
Lebensläufe ausformulierte Sätze wie "zwischen Oktober 1999 und Juli 2004
studierte ich Bergbau an der Montanuniversität Leoben" beinhalten konnten,
sieht das EU-Modell nur Stichworte vor: "Oktober 1999 - Juli 2004, Studium
Bergbau, Montanuniversität Leoben".
Datum und Unterschrift
Klassisch-österreichische Zutaten für den Lebenslauf wie
Religionsbekenntnis, Name und Beruf der Eltern oder Details zum
Familienstand wirken schnell altmodisch und fehlen im EU-Format. Dafür endet
der tabellarische EU-Lebenslauf - für Österreicher ungewohnt - mit Datum und
Unterschrift. |